Dokumentation zur IBOR-Transition für den Schweizer Rahmenvertrag für Over-the-Counter (OTC-)Derivate

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KMU- Wirtschaft

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) hat eine neue Dokumentation für den Schweizer Rahmenvertrag für OTC-Derivate (SMA) veröffentlicht, welche die IBOR-Transition erleichtern und den Handel von Derivaten mit dem Euro OverNight Index Average (EONIA) und sogenannten risikofreien Zinssätzen wie SARON als Referenz ermöglichen wird.

Der erwartete Wegfall des LIBOR Ende 2021 rückt näher. Alternative Zinssätze, sogenannte risikofreie Zinssätze, wurden für verschiedene Währungen als neue marktübliche Zinssätze festgelegt; so wird z.B. SARON den CHF-LIBOR ersetzen. Offene Derivatgeschäfte mit dem LIBOR als Referenz, die nach dem Ende des LIBOR fällig werden (Legacy-Transaktionen), müssen auf risikofreie Zinssätze umgestellt werden. Eine solche Transition kann z.B. durch eine frühzeitige Neuverhandlung des betreffenden Geschäfts oder durch die Vereinbarung solider Rückfallklauseln erfolgen, die den Übergang erleichtern, sobald der LIBOR abgeschafft wird. Die FINMA hat in ihrer Aufsichtsmitteilung 08/2020 zur LIBOR-Ablösung im Derivatebereich beide Ansätze empfohlen.

Um den Übergang vom LIBOR zu risikofreien Zinssätzen zu unterstützen und zu erleichtern, hat die SBVg zwei Dokumente entwickelt und kürzlich veröffentlicht: die Zusatzvereinbarung zu Referenzzinssätzen (Zusatzvereinbarung) und Ergänzende Definitionen zu Zinsderivaten, zu Referenzzinssätzen und EONIA (Ergänzende Definitionen). Mit der Unterzeichnung der Zusatzvereinbarung übernehmen die Vertragsparteien für ihre offenen Legacy-Transaktionen unter dem Schweizer Rahmenvertrag die internationalen Standard-Rückfallklauseln des IBOR Fallbacks Protocol der International Swaps and Derivatives Association (ISDA).

Dieselben Rückfallklauseln werden in neue LIBOR-Transaktionen aufgenommen, indem in den jeweiligen Transaktionsunterlagen auf die Ergänzenden Definitionen verwiesen wird. Darüber hinaus enthalten die Ergänzenden Definitionen die notwendigen Definitionen, um Transaktionen mit EONIA und risikofreien Zinssätzen als Referenzsätze abschliessen zu können.

Damit stellen Gegenparteien, die die Zusatzvereinbarung abschliessen, sicher, dass ihre bestehenden LIBOR-Transaktionen in Übereinstimmung mit den internationalen Standards sowie der Empfehlung der FINMA auf risikofreie Zinssätze umgestellt werden. Dasselbe wird für neue Transaktionen durch Verweis auf die Ergänzenden Definitionen in den jeweiligen Transaktionsunterlagen sichergestellt. Die SVBg empfiehlt allen Marktteilnehmern, in Zukunft diese neuen Dokumente zu nutzen.

Die Dokumente sind, vorerst in Englisch, unter nachstehendem Link kostenlos erhältlich. Sprachversionen in Deutsch, Französisch und Italienisch sowie FAQ werden demnächst verfügbar sein.Dokumente

Quelle:  Schweizerische Bankiervereinigung