NATIONALRAT MÖCHTE 14 TAGE ADOPTIONSURLAUB EINFÜHREN

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Das Schweizer Parlament

Künftig soll es auch für Eltern, die ein Kind adoptieren, während maximal 14 Tagen Erwerbsersatz geben. Der Nationalrat hat am Mittwoch eine parlamentarische Initiative von Marco Romano (CVP/TI) gutgeheissen. Die Vorlage geht nun an den Ständerat.

Der Nationalrat stimmte der Einführung eines Erwerbsersatzes bei Adoptionen mit 123 zu 70 Stimmen bei 1 Enthaltung zu. Er hat dem Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende bei Mutterschaft (EOG) das entsprechende neue Kapitel hinzugefügt.

Ein Nichteintretensantrag der FDP aus finanziellen und ordnungspolitischen Gründen und auch ein Rückweisungsantrag der SP hatten keine Chance.

Die Ratslinke wollte mit der Rückweisung eine Überarbeitung des Vorlage erwirken, insbesondere eine Verlängerung des Adoptionsurlaubs von 14 Tagen auf 14 Wochen, analog des Mutterschaftsurlaubs. Sämtliche Abänderungs- und Ausbauwünsche wurden jedoch vom Nationalrat abgelehnt. Die grosse Kammer stellte sich damit hinter die Variante der vorberatenden Kommission sowie des Bundesrates.

Mit der Genehmigung durch den Erstrat geht eine mehrjährige Zangengeburt zu Ende. Die nun gutgeheissene Version sieht vor, dass der Urlaub nur dann bezogen werden darf, wenn das Kind zum Zeitpunkt der Adoption noch nicht vier Jahre alt ist. Der maximal 14-tägige Adoptionsurlaub kann auch tageweise bezogen werden.

Eine Ausdehnung des Adoptionsalters von vier auf zwölf Jahre wurde vom Rat abgelehnt. Die Entschädigung wird zudem nur an eine Person entrichtet und kann nur während des ersten Jahres nach der Aufnahme des Kindes bezogen werden.

SCHLECHTE RAHMENBEDINGUNGEN

Bei der beschlossene Variante handle es sich um ein pragmatisches Projekt mit bescheidenem finanziellen Aufwand, betonte Kommissionssprecher Benjamin Roduit (CVP/VS). Bisher seien die Rahmenbedingungen für Adoptionen in der Schweiz schlecht.

Dies zeige sich auch in den deutlich sinkenden Adoptionszahlen in der Schweiz. 2019 wurden hierzulande noch 41 Kinder im Alter von 0 bis 4 Jahren adoptiert, 2013 waren es noch 173.

Auch Kinder nicht biologischer Abstammung und ihre Adoptiveltern benötigten Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen und eine Beziehung aufzubauen, lautete ein Hauptargument für die Einführung dieser Sozialversicherung.

Verschiedene Kantone kennen einen Adoptionsurlaub bereits heute. Dazu zählen Zürich, St. Gallen, Jura, Freiburg und Wallis.

Quelle: SDA