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Neue Aviatik-Studie kommt zum Schluss: Flugverbote nein, mehr Langstreckenziele ja!

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KMU-Wirtschaft

Eine repräsentative Umfrage der Universität St. Gallen zeigt auf, wie sich die Schweizer Bevölkerung die Luftfahrt in den kommenden zwanzig Jahren vorstellt – und weist auf ein Problem hin, das die Swiss und den Flughafen Zürich beunruhigen dürfte.

Es gab eine Zeit, in der die Flughäfen dieser Welt aus allen Nähten zu platzen drohten. Das war 2019. Und dann kam Corona. Wie die nächsten paar Jahre aussehen, wagt kaum ein Aviatiker vorherzusagen. Zu unklar ist die Lage mit den ständig ändernden Einreisebestimmungen. So sagte Swiss-Chef Thomas Klühr zuletzt in der «Schweiz am Wochenende»: «Dies ist für uns wie ein zweiter Lockdown.»

Eine neue, repräsentative Studie der Universität St. Gallen blickt indes weiter voraus. Und zwar wollten die Studienautoren unter der Leitung von Andreas Wittmer wissen, welche Erwartungen die Schweizer Bevölkerung an die hiesige Luftfahrt im Jahr 2040 hat.

Überraschende Vielflieger

Das Resultat: Vier von fünf Befragten rechnen in den kommenden zwanzig Jahren, dass die Luftfahrt weiterwachsen wird. Und die Mehrheit erwartet, dass es mehr Direktverbindungen auf der Langstrecke geben wird. Als nötig wird der Ausbau von Ferienzielen aber nicht erachtet. So sind denn auch weitere Kurzstrecken-Verbindungen nicht gefragt. An ein Verbot auf Europa-Strecken glaubt die Mehrheit hingegen nicht.

Beim Grossteil der Befragten besteht der Wille, die verursachten Treibhausgase eines Fluges zu kompensieren. Ob dies dann auch gemacht wird, ist fraglich. Pikant angesichts der Klimastreiks ist, dass gemäss Studie die Generation Y mit Jahrgängen zwischen 1981 und 1996 am häufigsten fliegen. Dies seien oft Studenten oder junge Angestellte. 14 Prozent dieser Generation gilt als Vielflieger, bei der noch jüngeren Generation Z sind es 10 Prozent, die mindestens drei Mal privat oder fünf Mal geschäftlich das Flugzeug nehmen.

Das Image-Problem der Branche

Die Studie wurde vom Aviation Research Center Switzerland in Auftrag gegeben. Dazu gehören mehrere Universitäten sowie namhafte Branchenvertreter wie Swiss, der Flughafen Zürich oder die Luftwaffe. Ihnen muss zu denken geben, dass die Studie zum Schluss kommt, dass die Branche ein Image-Problem hat. «Die Mehrheit sieht die Luftfahrtindustrie nicht als wesentlichen Faktor für den wirtschaftlichen Wohlstand des Landes», sagt Wittmer. Das ist ein Rückschlag für die Branche, die in stets für einen Ausbau der Infrastruktur pocht.

Ein mögliches Manko der Studie: Sie wurde von November 2018 bis Februar 2020 durchgeführt, also vor der Coronakrise Insofern stellt sich die Frage, ob die Probanden ein paar Monate die künftige Luftfahrt-Entwicklung anders eingeschätzt hätten. «Das denke ich nicht», sagt Wittmer. «Die Covidkrise ist eine ausserordentliche Sache und mag noch fünf Jahre andauern, aber wir haben deutlich weiter in die Zukunft geschaut.»

Quelle: bz Basel

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Neue Aviatik-Studie kommt zum Schluss: Flugverbote nein, mehr Langstreckenziele ja!

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Eine repräsentative Umfrage der Universität St. Gallen zeigt auf, wie sich die Schweizer Bevölkerung die Luftfahrt in den kommenden zwanzig Jahren vorstellt – und weist auf ein Problem hin, das die Swiss und den Flughafen Zürich beunruhigen dürfte.

Es gab eine Zeit, in der die Flughäfen dieser Welt aus allen Nähten zu platzen drohten. Das war 2019. Und dann kam Corona. Wie die nächsten paar Jahre aussehen, wagt kaum ein Aviatiker vorherzusagen. Zu unklar ist die Lage mit den ständig ändernden Einreisebestimmungen. So sagte Swiss-Chef Thomas Klühr zuletzt in der «Schweiz am Wochenende»: «Dies ist für uns wie ein zweiter Lockdown.»

Eine neue, repräsentative Studie der Universität St. Gallen blickt indes weiter voraus. Und zwar wollten die Studienautoren unter der Leitung von Andreas Wittmer wissen, welche Erwartungen die Schweizer Bevölkerung an die hiesige Luftfahrt im Jahr 2040 hat.

Überraschende Vielflieger

Das Resultat: Vier von fünf Befragten rechnen in den kommenden zwanzig Jahren, dass die Luftfahrt weiterwachsen wird. Und die Mehrheit erwartet, dass es mehr Direktverbindungen auf der Langstrecke geben wird. Als nötig wird der Ausbau von Ferienzielen aber nicht erachtet. So sind denn auch weitere Kurzstrecken-Verbindungen nicht gefragt. An ein Verbot auf Europa-Strecken glaubt die Mehrheit hingegen nicht.

Beim Grossteil der Befragten besteht der Wille, die verursachten Treibhausgase eines Fluges zu kompensieren. Ob dies dann auch gemacht wird, ist fraglich. Pikant angesichts der Klimastreiks ist, dass gemäss Studie die Generation Y mit Jahrgängen zwischen 1981 und 1996 am häufigsten fliegen. Dies seien oft Studenten oder junge Angestellte. 14 Prozent dieser Generation gilt als Vielflieger, bei der noch jüngeren Generation Z sind es 10 Prozent, die mindestens drei Mal privat oder fünf Mal geschäftlich das Flugzeug nehmen.

Das Image-Problem der Branche

Die Studie wurde vom Aviation Research Center Switzerland in Auftrag gegeben. Dazu gehören mehrere Universitäten sowie namhafte Branchenvertreter wie Swiss, der Flughafen Zürich oder die Luftwaffe. Ihnen muss zu denken geben, dass die Studie zum Schluss kommt, dass die Branche ein Image-Problem hat. «Die Mehrheit sieht die Luftfahrtindustrie nicht als wesentlichen Faktor für den wirtschaftlichen Wohlstand des Landes», sagt Wittmer. Das ist ein Rückschlag für die Branche, die in stets für einen Ausbau der Infrastruktur pocht.

Ein mögliches Manko der Studie: Sie wurde von November 2018 bis Februar 2020 durchgeführt, also vor der Coronakrise Insofern stellt sich die Frage, ob die Probanden ein paar Monate die künftige Luftfahrt-Entwicklung anders eingeschätzt hätten. «Das denke ich nicht», sagt Wittmer. «Die Covidkrise ist eine ausserordentliche Sache und mag noch fünf Jahre andauern, aber wir haben deutlich weiter in die Zukunft geschaut.»

Quelle: bz Basel