Peter Spuhler soll Investment geprüft haben: Luzerner Stahlkocher Swiss Steel Group sucht wieder Geldgeber

0
142
KMU- Wirtschaft
Quelle: bz Basel

Stadler-Patron Peter Spuhler soll Interesse an einem Einstieg beim Luzerner Stahlkonzern gehabt haben. Noch ist nichts entschieden. Am Mittwoch wird Swiss Steel die jüngsten Zahlen präsentieren.

Der angeschlagene Stahlkonzern Swiss Steel Group (ehemals Schmolz+Bickenbach) sucht weiterhin nach Finanzierungslösungen. Es würden regelmässig Gespräche mit Banken, Ankeraktionären und potenziellen Investoren im Rahmen des Finanzierungskonzepts geführt, teilte der Luzerner Stahlkocher am Montag mit. Ziel der Gespräche sei die weitere Stärkung des Eigenkapitals, um wieder mehr unternehmerische Freiheiten zu erhalten und die Reserven zu erhöhen. Mit Aktionärsdarlehen und Staatskrediten verfüge man derzeit aber über genügend Liquidität, heisst es. Das eingeleitete Transformationsprogramm verlaufe nach Plan.

Spuhler soll über 100 Millionen Franken geboten haben

Die Swiss Steel Group sah sich veranlasst, über die Finanzierung zu informieren, weil in den letzten Tagen diverse Medienberichte für Spekulationen sorgten. So schrieb das Finanzportal «The Market», dass Stadler-Rail-Patron Peter Spuhler bereit gewesen sein soll, 108 Millionen Franken in das Unternehmen einzuschiessen. Dies zu einem Preis von 18 Rappen je Aktie, der ungefähr dem aktuellen Kurs entspricht. Laut der «Handelszeitung» hätte Spuhler für sein Investment gut 25 Prozent der Aktien an Swiss Steel erhalten. Gemäss der Zeitung wird aber nichts daraus. Die Gründe sind nicht bekannt. Möglicherweise wolle Grossaktionär Martin Haefner die Kapitalerhöhung nun alleine stemmen, spekuliert die Zeitung. Allerdings soll es auch mit anderen Investoren Gespräche gegeben haben.

Amag-Erbe Haefner hält aktuell knapp 50 Prozent am Stahlhersteller. Er hat dieses Jahr über eine Kapitalerhöhung, den Auskauf der Erbengemeinschaft und ein Darlehen bereits rund 370 Millionen Franken ins Unternehmen gesteckt. Der zweite Grossaktionär ist Viktor Vekselberg, der über die von ihm kontrollierte Liwet Holding 25 Prozent an Swiss Steel hält. Der russische Oligarch ist in seiner Bewegungsfreiheit allerdings eingeschränkt, weil er im Visier von US-Behörden steht. Laut «The Market» soll Swiss Steel diese Woche eine Verwaltungsratssitzung abhalten, an der auch das Thema Kapitalerhöhung thematisiert werde. Eine Swiss-Steel-Sprecherin sagte auf Anfrage, man habe mit mehreren Investoren gesprochen. «Deren Namen geben wir nicht bekannt», so die Sprecherin. Auch Spuhler äusserte sich nicht zu den Berichten.

Der Stahlkonzern wird am Mittwoch anlässlich der Berichterstattung zum dritten Quartal «detailliertere Informationen zum langfristigen Finanzierungskonzept vorlegen», wie es in der Mitteilung heisst. Aktuell steckt das Unternehmen tief in den roten Zahlen.

Im September hatten die Aktionäre der Swiss Steel Group an einer ausserordentlichen Generalversammlung nebst dem Namenswechsel auch die vorgeschlagene Halbierung des Nennwerts auf 0,15 Franken je Aktie beschlossen. Die Nennwertreduktion erfolgte ohne Ausschüttung von Eigenkapital an die Aktionäre. Der Betrag der Nennwertreduktion wurde den Reserven zugewiesen und zwecks der Beseitigung der Unterbilanz per 31. Juli verrechnet. Durch diesen «technischen Schritt» sollte auch der Weg frei gemacht werden für eine Kapitalerhöhung unterhalb des vorherigen Nennwerts von 30 Rappen.

Quelle: bz Basel