Wer wird neuer Swiss-Chef? Diese Kandidaten sind noch im Rennen

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KMU-Wirtschaft
Quelle: Aargauer Zeitung

Am Mittwoch dürfte der Entscheid gefällt werden, wer Nachfolger von Swiss-Chef Thomas Klühr wird. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass künftig ein Schweizer die Lufthansa-Tochter leitet. Es gibt aber auch noch weitere Kandidaten – ohne Schweizer Pass.

Die Spannung steigt. Am Mittwoch dürfte der Swiss-Verwaltungsrat und sein Präsident Reto Francioni entscheiden, wer ab 2021 neuer Chef der Lufthansa-Tochter wird. Thomas Klühr, der die Swiss seit 2016 leitet und intern grosses Ansehen geniesst, gab vor einigen Monaten überraschend seinen Rücktritt per Ende Jahr bekannt und machte dafür persönliche Gründe geltend.

Ein Tag vor dem Tag der Entscheidung ist für viele Branchenkenner nach wie vor klar: Der jetzige Finanzchef Markus Binkert wird wohl das Rennen rennen machen. «Er ist für alle der grosse Favorit und seine Ernennung würde Sinn ergeben», sagt ein Swiss-Insider. Daran habe sich in den letzten Wochen nichts geändert. Der 48-jährige Zürcher wäre der erste Schweizer Swiss-Chef seit André Dosé, der die Airline seit ihrer Gründung 2002 bis 2004 führte.

Binkerts Ernennung würde aufgrund seines Werdeganges keine Überraschung darstellen. Er war bereits von 2005 bis 2018 bei der Swiss, unter anderem als Kommerzchef, bevor er von der Lufthansa nach Frankfurt berufen wurde. Dort war er für das Marketing zuständig. Im April, mitten in der Coronakrise, wurde Binkert nach Kloten als Finanzchef zurückbeordert, wohl auch angesichts der Verhandlungen mit dem Bund. Da dürfte es der Swiss geholfen haben, einen Schweizer in der Geschäftsleitung zu haben.

Sportlich und musikalisch

Wie die «Bilanz» kürzlich schrieb, ist Binkert verheiratet, hat zwei Kinder im Teenageralter und lebt in Erlenbach ZH. Er ist Fan des Schweizer Fussball-Rekordmeisters GC und spielt Cello, Gitarre und E-Bass. Zudem gilt Binkert als sportlich: Er spielt Tennis, fährt Ski und Velo und geht regelmässig joggen. Binkert liess sich an der Hotelfachschule Lausanne zum Hotelier ausbilden und arbeitete unter anderem in den Fünf-Sterne-Betrieben Mandarin Oriental Hong Kong und im Ritz in London.

Nach einer Management-Ausbildung startete er 2001 bei der Beratungsfirma Bain, welche auch die neue Swiss und ihren Chef André Dosé unterstützte. Dosés Nachfolger Christoph Franz holte ihn dann 2005 an Bord.

Intern ist zu hören, dass Binkert durchaus auf den Chefposten aspiriert. Unklar ist der Fall bei Bernd Bauer, der seine Karten auf Anfrage bedeckt hält. Der Deutsche hat in den letzten Jahren die Edelweiss erfolgreich geführt. Dass er nun zur grossen Schwester Swiss wechselt, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Ihm behage der «KMU-Groove» der Edelweiss besser, wo er bei jedem Detail mitreden könne. Dies wäre bei der Swiss nicht möglich.

Wird ebenfalls als möglicher Nachfolger gehandelt: Lorenzo Stoll, Chef des Swiss-Geschäfts am Flughafen Genf.
Wird ebenfalls als möglicher Nachfolger gehandelt: Lorenzo Stoll, Chef des Swiss-Geschäfts am Flughafen Genf.© Martial Trezzini / Keystone

Lorenzo Stoll, Chef des Swiss-Geschäfts am Flughafen Genf, der ebenfalls als Klühr-Nachfolger mit Aussenseiterchancen gehandelt wurde, hat gegenüber CH Media zuletzt bestätigt, dass er nicht im Rennen ist. Auch Juerg Mueller, der Chef des Schweizer Geschäfts von Emirates und Manager mit Swissair-Vergangenheit, spielt in den Überlegungen des Swiss-Verwaltungsrats keine Rolle.

Als weitere mögliche Kandidaten wurden auch der Eurowings-Chef Jens Bischof und der Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber genannt.

Quelle: Aargauer Zeitung